Unsere Verantwortung


CODE OF CONDUCT / VERHALTENSKODEX


1928 gründete der Feintäschner Martin Picard in Obertshausen mit seinen Söhnen Edmund und Alois die Firma PICARD. Seither fertigt PICARD Taschen in Handwerkskunst. Und wie der Name es sagt: Handwerkskunst entsteht nur durch Menschenhand.

Deshalb steht der Mensch bei PICARD im Mittelpunkt des Denkens und Handelns. Von jeher werden bei PICARD die fundamentalen Werte Respekt, Freiheit und Würde nach innen und außen gelebt und verbreitet. An jedem Standort unserer Manufakturen praktiziert PICARD verantwortungsbewusstes Verhalten in gesellschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht.

PICARD ist ein Unternehmen, das international agiert, da man schon früh die globale Vernetzung der Wirtschaft als Perspektive erkannte. Ergänzend zum Stammwerk in Obertshausen hat PICARD bereits 1976 in Tunesien einen Produktionsstandort aufgebaut. Es folgten weitere Werke, 1982 in China, 1995 in Bangladesch und 2011 in der Ukraine. Von Beginn an unterstützt PICARD die Entwicklung benachteiligter Regionen vor Ort und legt größten Wert auf die Fairness innerhalb aller Unternehmensteile und gegenüber allen anderen Stakeholdern.

Neben aller gelebten Internationalität ist PICARD den Grundlagen und Normen eines Familienbetriebs eng verbunden. Das unterstreicht auch das soziale Engagement: Ein firmeneigener Kindergarten in Bangladesch ermöglicht, dass Mitarbeiterinnen ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen und nebenher auch schreiben und lesen lernen. Auch die Gesundheitsfürsorge liegt PICARD am Herzen. Wir bieten die Möglichkeit, sich regelmäßig vor Ort im Unternehmen ärztlich untersuchen zu lassen. Darüber hinaus fördern wir sportliche und kulturelle Aktivitäten der Mitarbeiter in ihrer Freizeit.

PICARD ist überzeugter Ausbilder. Sowohl das Feintäschner-Handwerk als auch das gesammelte kaufmännische Wissen wird mit großem Engagement an die jeweilige nächste Generation weitergegeben. Vom Lehrling bis zum Meister bilden wir nach unseren Standards aus, um auf deutschem Qualitätsniveau produzieren zu können. Eine Ausbildung in ausländischen Werken im Rahmen der handwerklichen Ausbildung ist daher unabdingbar.

VERPFLICHTUNG


PICARD verpflichtet sich selbst und seine Auftragnehmer, Subunternehmer, Lieferanten und Lizenznehmer, die folgenden Mindeststandards und Empfehlungen einzuhalten. Dabei stützen wir uns auf Eckpfeiler des Übereinkommens der International Labour Organization (ILO) und auf Richtlinien, die PICARD gesetzt hat.


1. Die Beschäftigung ist absolut freiwillig

(ILO-Übereinkommen 29 und 105)

Es darf keine Zwangsarbeit geben, einschließlich Schuldknechtschaft oder Gefängnisarbeit.


2. Keine Kinderarbeit

(ILO-Übereinkommen 138 und 182)
Es darf keine Kinderarbeit geben. Es werden nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, die bei der Aufnahme ihrer Tätigkeit mindestens das 15. Lebensjahr vollendet oder das Pflichtschulalter überschritten haben. Es darf keine Formen der Sklaverei oder der Sklaverei ähnlichen Praktiken geben, wie den Kinderverkauf und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft und Zwangsarbeit.


3. Keine Diskriminierung bei der Beschäftigung

(ILO-Übereinkommen 100 und 111)
Einstellung von Beschäftigten, Lohnpolitik, Zugang zu Fortbildungen, Beförderungsregeln, Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen, Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und jeder andere Aspekt eines Beschäftigungsverhältnisses müssen auf Chancengleichheit basieren – unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, politischer Anbindung, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Nationalität, sozialer Herkunft, Schwächen oder Behinderungen.


4. Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen

(ILO-Übereinkommen 87, 98, 135 und Empfehlung 142)
Es wird das Recht aller anerkannt, Gewerkschaften zu gründen, ihnen beizutreten und kollektivvertragliche Verhandlungen zu führen. In Fällen, in denen die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen gesetzlich eingeschränkt sind, wird das Unternehmen von sich aus alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, parallele Wege für unabhängige und freie Vereinigungen und Verhandlungen zu finden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen nicht diskriminiert werden und müssen bei der Ausübung ihrer Vertretungsfunktionen Zugang zu allen Arbeitsplätzen erhalten.

5. Zahlung eines existenzsichernden Erwerbseinkommens

(ILO Übereinkommen 26 und 231)
Löhne und Zuschläge für eine normale Arbeitswoche müssen zumindest dem gesetzlichen und branchenüblichen Minimum entsprechen und stets ausreichen, um die Grundbedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer Familie zu befriedigen sowie darüber hinaus ein bestimmtes, frei verfügbares Einkommen zu erhalten. Dazu gehört auch der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts weiblicher und männlicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit.
    

6. Geregelte Arbeitszeiten

(ILO-Übereinkommen 1)
Die Arbeitszeiten richten sich nach den jeweiligen nationalen gesetzlichen Bestimmungen und Standards. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darf nicht verlangt werden, dass sie regelmäßig mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen müssen sie mindestens einen Tag frei haben. Überstunden müssen freiwillig sein, sie dürfen 12 Stunden pro Woche nicht überschreiten und müssen mit einer Mehrarbeitszulage zum Lohn kompensiert werden, sofern nicht in flexiblen Arbeitszeitmodellen Abweichendes geregelt ist.


7. Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

(In Anlehnung an das ILO-Übereinkommen 155)
Es ist für eine sichere und hygienische Arbeitsumgebung zu sorgen. Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen werden unter Berücksichtigung des aktuellen Wissensstandes der Industriebranche und etwaiger spezifischer Gefahren gefördert. Regeln zur größtmöglichen Unfallverhütung und Minimierung von Gesundheitsrisiken sind umzusetzen. Körperliche Misshandlung, Androhung von körperlicher Gewalt sowie Strafen oder Disziplinarmaßnahmen, sexuelle und andere Belästigungen sowie Einschüchterung sind verboten.

8. Rechtsverbindliches Beschäftigungsverhältnis

Die arbeits- und sozialrechtlichen Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten und Vorschriften, die sich aus dem regulären Beschäftigungsverhältnis ergeben, dürfen nicht durch den Einsatz von Leiharbeitsarrangements oder von Ausbildungsprogrammen umgangen werden, die nicht wirklich auf die Vermittlung von Fähigkeiten oder eine reguläre Gelegenheit abzielen. Jüngere Beschäftigte müssen Gelegenheit bekommen, an Ausbildungs- und Trainingsprogrammen teilzunehmen.

9. Umweltschutz

Das Unternehmen erfüllt die gültigen Bestimmungen zum Umweltschutz, die seine Betriebe an den jeweiligen Standorten betreffen. Es handelt an allen Standorten umweltbewusst. An Standorten, an denen die gültigen Bestimmungen kein Schutzniveau erreichen, das ein nachhaltiges Wirtschaften sicherstellt, wird das Unternehmen im Rahmen des wirtschaftlich Vertretbaren Maßnahmen ergreifen, um ein zufriedenstellendes Schutzniveau zu erreichen. Ferner geht das Unternehmen mit den natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll um gemäß den Grundsätzen der Rio-Deklaration (Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung vom Juni 1992).


PICARD bevorzugt ausdrücklich Partner, die:

  • Substanzen aus ihren Produkten, ihrer Produktion und sonstigen Prozessen eliminieren, die die Gesundheit und die Umwelt schädigen;
  • Ressourcen schonen, Verschmutzung und Abfall vermindern sowie den Energie- und Wasserverbrauch senken;
  • den Abfall verantwortlich managen;
  • durch regelmäßiges Einholen von Einverständniserklärungen von Lieferanten bezüglich der Einhaltung von Reach-Bestimmungen und der gesetzlichen europäischen Rahmenbedingungen agieren; dazu gehören auch die regelmäßigen Produkttests auf verbotene Substanzen, zum Beispiel Chrom 6.
        

10. Recht zur Überwachung

Die Auftragnehmer, Subunternehmer, Lieferanten und Lizenznehmer verpflichten sich, diesen Verhaltenskodex zu akzeptieren und zu praktizieren. Ferner sind sie bereit, PICARD bei der Umsetzung der Vorgaben zu unterstützen und:

  • die betreffenden relevanten Informationen über ihre Tätigkeiten zu liefern;
  • jederzeit eine Prüfung ihrer Arbeitsstätten und Tätigkeiten zuzulassen;
  • im Rahmen der im jeweiligen Land geltenden Datenschutzbestimmungen Aufzeichnungen über Namen, Alter, Arbeitszeit und gezahlte Löhne für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Verfügung zu stellen;
  • die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Bestimmungen dieses Kodexes zu unterrichten;
  • von Disziplinarmaßnahmen, Entlassungen oder sonstigen Diskriminierungen von Mitarbeitern abzusehen, die Informationen über mögliche Verletzungen dieses Kodexes weitergegeben haben.


Sollte ein Auftragnehmer, Subunternehmer, Lieferant oder Lizenznehmer gegen eine oder mehrere Bestimmungen dieses Kodexes verstoßen, wird der entsprechende Betrieb angehalten, sofort Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Sollten diese Korrekturmaßnahmen nicht umgesetzt werden, kann PICARD die aktuelle Produktion stoppen, bestehende Aufträge annullieren, zukünftige Aufträge aussetzen oder die Geschäftsbeziehung beenden.

11. Schlussbestimmung

Die Auftragnehmer, Subunternehmer, Lieferanten und Lizenznehmer verpflichten sich:

  • festzulegen, wer für sämtliche Fragen im Zusammenhang mit diesem Kodex in ihrem Unternehmen Ansprechpartner ist;
  • die Vorgesetzten und die betriebliche Arbeitnehmervertretung über den Inhalt dieses Kodexes zu unterrichten;
  • dafür zu sorgen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Inhalt des Kodexes kennen, in einer für sie verständlichen Sprache;
  • die jeweiligen Subauftragsnehmer, Lieferanten und Lizenznehmer über den Inhalt des Kodexes zu informieren und sie vertraglich zur Einhaltung zu verpflichten;
  • im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren die Einhaltung des Kodexes zu überprüfen.



Fassung vom 28. Oktober 2014

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